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Soziale Marktwirtschaft darf mit 60 Jahren nicht in „Frührente“ geschickt werden

Düsseldorf, 20. Juni 2008

Misstrauen gegenüber unserem Wirtschaftssystem ist Besorgnis erregend

Deutschlandfahnen an den Autos und Fähnchen schwenkende fröhliche Fans während der Fußball-Europameisterschaft zeigen: Millionen Deutsche sind stolz auf die Leistungen ihrer Kicker. Erst recht, seit sie die hoch favorisierten Portugiesen aus dem Turnier geworfen haben. Dabei es gibt noch andere Leistungen, auf welche die Bürgerinnen und Bürger zurecht stolz sein dürfen. „Dazu gehört mit Sicherheit die Soziale Marktwirtschaft, die jetzt ihren 60. Geburtstag feiert. Und ausgerechnet zu diesem Termin hadern die Bundesbürger mit ihrem Wirtschaftssystem“, beklagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash.

„Politische, wirtschaftliche und menschliche Freiheiten bilden ein Ganzes und Unteilbares. Man kann nicht einen Teil herausreißen, ohne das Gesamte einstürzen zu lassen“, wusste schon Ludwig Erhard. „Leider geht uns dieses Bewusstsein wieder abhanden. Wir finden uns damit ab, dass wir immer noch über acht Prozent offiziell gezählter Arbeitsloser haben, obwohl weitere drei Millionen Menschen Arbeitslosengeld beziehen. Im Wohlstandsvergleich fallen die Deutschen immer weiter zurück. Das spürt jeder in seinem Geldbeutel. Daraus müssten wir die Konsequenz ziehen, den Markt wieder von seinen staatlichen Fesseln zu befreien und dem Einzelnen wieder mehr zuzutrauen. Statt dessen werden die Rufe nach stärkerer staatlicher Regulierung, nach Mindestlöhnen und anderem ordnungspolitischen Unfug immer lauter“, so Nadolski.

Für das Land wäre es fatal, so der Harvey Nash-Chef, wenn die Soziale Marktwirtschaft mit 60 Jahren sozusagen in „Frührente“ geschickt und immer stärker durch ein dirigistisches System abgelöst würde, welches letztlich nur weniger Wohlstand und mehr Unfreiheit bringt.

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