Für den Düsseldorfer Personalexperten Udo Nadolski, Geschäftsführer von Harvey Nash http://www.harveynash.com, fallen die Ergebnisse der INSM-Studie nicht überraschend aus. „Sie sind auch kein Grund zum Triumph, weil sich die Warner in der deutschen Wirtschaft nun bestätigt sehen dürfen. Die Politik würde nicht ihr Gesicht verlieren, wenn sie nach den negativen Erfahrungen eines Jahres Korrekturen machen und das Ganze auf ein europarechtskonformes Maß zurechtstutzen würde“. Nadolski kritisiert schon seit Jahren den in Deutschland herrschenden Jugendwahn: „In einer mühsamen gesellschaftlichen Debatte sind wir endlich zu dem Schluss gekommen, dass eine Politik der Frühverrentung, der Ausgrenzung Älterer und der Bevorzugung junger Mitarbeiter auf Dauer fatal ist. Die demographischen Daten lassen eine solche Politik nicht mehr zu. Das AGG, das eigentlich Diskriminierungen abbauen sollte, erreicht genau das Gegenteil. In Stellenanzeigen dürfen Unternehmen nun nämlich nicht mehr gezielt nach älteren Mitarbeitern suchen. Auch bei Kündigungen hat das AGG Nachteile für diese Personengruppe gebracht: Der bisherige Kündigungsschutz entfällt, da bei der Sozialauswahl die jüngeren Kollegen nicht benachteiligt werden dürfen.“
Financial Times Deutschland online


