Harvey Nash
Dienste Jobs/Karriere Medien Über uns

Presse 

 
top
top

spacer

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz grenzt Ältere vom Arbeitsmarkt aus

Düsseldorf, den 15. August 2007
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz grenzt Ältere vom Arbeitsmarkt aus – Harvey Nash-Geschäftsführer Udo Nadolski: „Unternehmen und Personalchefs fühlen sich verunsichert“

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) trat am 18. August 2006 in Kraft. Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes kursierten in der deutschen Wirtschaft Befürchtungen vor mehr Bürokratie und hohen Kosten. Für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat jetzt die Universität Dortmund eine empirische Erhebung der Folgekosten des Gesetzes erstellt.

„Wirklich überraschend fallen die Resultate nicht aus. Sie sind auch kein Grund zum Triumph, weil sich die Warner in der deutschen Wirtschaft nun bestätigt sehen dürfen. Es handelt sich eben nicht um Portokassenbeträge, wenn die Einführung des AGG die hiesigen Unternehmen im ersten Jahr mit mindestens 1,73 Milliarden Euro belastet hat“, sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash. „Die Politik würde nicht ihr Gesicht verlieren, wenn sie nach den negativen Erfahrungen eines Jahres Korrekturen machen und das Ganze auf ein europarechtskonformes Maß zurechtstützen würde.“

Nadolski kritisiert schon seit Jahren den in Deutschland herrschenden Jugendwahn. „In einer mühsamen gesellschaftlichen Debatte sind wir endlich zu dem Schluss gekommen, dass eine Politik der Frühverrentung, der Ausgrenzung Älterer und der Bevorzugung junger Mitarbeiter auf Dauer fatal ist. Die demographischen Daten lassen eine solche Politik nicht mehr zu. Das AGG, das eigentlich Diskriminierungen abbauen sollte, erreicht genau das Gegenteil. In Stellenanzeigen dürfen Unternehmen nun nämlich nicht mehr gezielt nach älteren Mitarbeitern suchen. Auch bei Kündigungen hat das AGG Nachteile für diese Personengruppe gebracht: Der bisherige Kündigungsschutz entfällt, da bei der Sozialauswahl die jüngeren Kollegen nicht benachteiligt werden dürfen.“

Der Harvey Nash-Geschäftsführer hält eine weitere Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes nach dem britischen Vorbild für unabdingbar, um mehr Leute in Beschäftigung zu bringen. Doch mit mehr Bürokratie, höheren Kosten, unklaren Rechtsbegriffen und Rechtsfolgen entferne man sich immer weiter von diesem Ziel. „Es wäre am besten, den Arbeitsmarkt zu deregulieren und nicht ständig an gesetzlichen Stellschrauben zu drehen. Arbeitsverträge für über 52-jährige Arbeitnehmer dürfen heute nicht mehr befristet werden. Dies führt in der Praxis dazu, dass Personalchefs bei der Einstellung Älterer noch zurückhaltender als bisher sind.“ Mit der Studie des Dortmunder Lehrstuhls für Unternehmensrechnung und Controlling habe man nun eine wissenschaftliche Studie zur Hand, die nicht einfach als das normale Lamento der Arbeitgeber abgetan werden könne.

Harvey Nash

copyright Harvey Nash PLC