The Power Of Talent

Unterschiedlichkeit als Erfolgsfaktor

Why Genderdiversity in Technology matters

Die Message unseres WiT (Women in Technology) - Business-Frühstücks am 26.10.2017 war klar: Genderdiversity ist noch immer ein wichtiges Thema in der Technologiebranche.
Aber warum? Woran liegt es, dass in der sonst so schnelllebigen & innovativen Tech-Branche seit Jahren keinerlei Veränderung im Punkto Diversity zu vermerken ist?
Und ist das überhaupt ein Problem? Herrscht überhaupt Handlungsbedarf, dies zu ändern?
Die Antwort ist JA, und zwar aus zwei Hauptgründen:

Zum einen geben 60% der IT-Leader „Skill Shortage" als Hauptgrund für gescheiterte IT-Projekte an, zum anderen ist erwiesen, dass Unternehmen mit einer diversen Unternehmenskultur auf lange Sicht finanziell erfolgreicher und außerdem attraktiver als Arbeitgeber ohne Diversity als Zielvorgabe sind.

Doch wie kann man das Diversitätsproblem der Tech-Branche lösen? Mit diesem Thema beschäftigen wir uns bei Harvey Nash seit einigen Jahren. Unser Netzwerk für Frauen in Führungspositionen „Inspire" feiert 2018 10-jähriges Jubiläum. Wir setzen uns speziell für Frauen in der Technologiebranche ein, organisieren Roundtable-Events und führen Studien zu diesem Thema durch.

Unser letzter Roundtable fand am 26.10.2017 in München statt. Zusammen mit 11 Frauen unterschiedlicher Karrierestufen durften wir einen Vormittag zum Thema Unterschiedlichkeit als Erfolgsfaktor - Why Genderdiversity in Technology matters verbringen. Als Moderatorin für den Vormittag konnten wir Frau Schwesig, Dozentin und Diversitätsbeauftragte an der Hochschule für Angewandte Sprachen des SDI München, sowie Unternehmensgründerin der Firma Global Bridge gewinnen. Als erfahrene Beraterin führte sie uns und unsere Teilnehmerinnen durch den Vormittag, stellte kritische Fragen und ermöglichte einen spannenden Austausch.

In einem Punkt waren sich alle einig: Die Technologiebranche hat ein Diversitätsproblem.

Die gute Nachricht ist jedoch: Der größte Teil der Teilnehmerinnen fühlt sich trotzdem sehr wohl in ihren Positionen. Obwohl unsere Teilnehmerinnen die Branche allgemein nicht als sehr attraktiv für Frauen einschätzen (siehe rote Punkte in der Grafik), gaben sie größtenteils an, sich selbst sehr wohl zu fühlen (siehe blaue Punkte in der Grafik).

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*unsere Teilnehmerinnen wurden gebeten die Attraktivität der Tech-Branche für Frauen zu bewerten.
Rot = Attraktivität der Branche allgemein / Blau = persönliches Wohlbefinden in der Branche

Dieses Ergebnis wird natürlich durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Zum einen, könnte man behaupten, dass der Berufsalltag branchenübergreifend attraktiver für Frauen gestaltet werden müsste. Zum anderen liegt der Ursprung des Problems vielleicht bereits in unserem Bildungssystem oder gesellschaftlicher Werte. Fakt ist jedoch, dass besonders die Tech-Branche einen extrem niedrigen Frauenanteil hat und die Anzahl weiblicher IT-Führungskräfte bei 9% stagniert. Dies zeigen auch die Ergebnisse unserer CIO Survey 2017.

Inklusion als Lösungsansatz

Seit Jahren beschäftigen wir uns nun also mit dem Thema Diversity und müssen feststellen, dass keine signifikante Veränderung zu erkennen ist. Zeit für einen neuen Ansatz, eine neue Betrachtungsweise: Inklusion. Was bedeutet aber Inklusion? Und was kann sie uns bringen, was Diversity nicht geschafft hat?

Diversity bedeutet in erster Linie Vielfalt. Das Ziel erfolgreicher Diversitymanagements sollte es jedoch nicht sein, ein möglichst buntes, vielfältiges Team zusammen zu stellen und das Thema damit als erledigt zu betrachten. Vielmehr sollte die Vielfalt des Teams betrachtet und die Unterschiedlichkeit bewusst wahrgenommen werden. Ein Bewusstmachen der Vielfalt ist der erste Schritt in Richtung Inklusion. Inklusion soll jedem Individuum die Möglichkeit geben, das Team durch seine Unterschiedlichkeit zu erweitern, ohne sich anpassen zu müssen, oder sich dominanteren Teammitgliedern unterzuordnen. Inklusion ist also keines Falls mit Integration zu vergleichen, welche eine Gleichmachung aller bedeuten würde. Genau das ist nämlich der häufigste Fehler im Umgang mit Diversität.

Eine Gleichmachung aller führt zur Unterdrückung der Vielfalt und nimmt somit die Chance, von ihr zu profitieren.

Wir sind überzeugt davon, dass Diversity und Inklusion eine große Chance für Unternehmen darstellen und nicht als Bürde oder Extra-Arbeit empfunden werden sollten. Nur, wenn wir die Unterschiedlichkeit diverser Teams anerkennen, sind wir in der Lage, diese als das zu erkennen, was sie sind: Erfolgsfaktoren, die die Dynamik und Innovationskraft der Tech-Branche fördern.

Um dies zu ermöglichen, müssen die Unterschiede erst einmal als solche erkannt werden. Einige zeigen sich ganz deutlich auf den ersten Blick, während andere erst im Laufe der Zeit an die Oberfläche brechen oder so fein sind, dass sie unbeachtet bleiben und nie ihr volles Potenzial entfalten können. In unserem Roundtable haben wir über Unterschiede, aber auch Faktoren, die Genderdiversity in der Tech-Branche fördern, sowie hemmen diskutiert und sehr interessante Einschätzungen und Ansatzpunkte herausgearbeitet.

Wäre es doch nicht im Sinne der Inklusion, hier aufzuhören? Im Gegenteil - Jetzt geht es erst richtig los! Unser Business Breakfast fand in einer reinen Frauen-Gruppe statt und alle Teilnehmerinnen waren sich einig: Wir wollen wissen, was die Männer der Schöpfung zu dem Thema zu sagen haben. Es ist an der Zeit, gemeinsam über Diversity zu sprechen. Was können wir voneinander lernen? Wie können wir einander unterstützen und was ist der dadurch entstehende Mehrwert für Unternehmen und Individuen?
Wir sind gespannt und freuen uns darauf, unser nächstes Event zu dem Thema mit Männern und Frauen zu verbringen. Ziel ist es, die bisher homogene Sichtweise zu erweitern, verschiedene Blickwinkel zu beleuchten und herauszufinden, wie man voneinander profitieren kann, denn eines ist inzwischen klar: Diversity alleine ist kein Erfolgsversprechen, Inklusion hingegen ist eine riesen Chance, die bisher leider noch viel zu ungenutzt bleibt.

Von Sophie Grimberg
Marketing & Candidate Relationship Manager
Harvey Nash GmbH
sophie.grimberg@harveynash.de
+49 (0) 89 839 306 17