Geschäftsführer der
Harvey Nash Deutschland
Fahrlässige Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise von 1929
von Udo Nadolski
Das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert für 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von sechs Prozent. Prompt posaunen die Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan und der DGB-Vorsitzende Michael Sommer Hiobsbotschaften in die Welt und warnen vor sozialen Unruhen. Der DGB-Chef Sommer wagt zudem einen Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise von 1929. Schwan und Sommer handeln fahrlässig. Siehe auch folgende Meldung: http://www.pr-inside.com/de/wir-wissen-heute-besser-wie-man-r1204225.htm
Ein Vergleich mit der Wirtschaftsdepression der Weimarer Republik ist unsinnig, höchst unseriös und für die Menschen der damaligen Zeit, die Not, Hunger und Elend durchmachten, eine Beleidigung. Wir müssen uns sicherlich auf härtere Zeiten einstellen, leben aber immer noch auf einem Wohlstandsniveau, von dem man vor rund 80 Jahren nur träumen konnte. Die Veränderungsraten des Bruttoinlandsproduktes sind kein geeigneter Indikator, um die Qualität einer Volkswirtschaft zu beurteilen. Wir müssten schon um rund 90 Prozent schrumpfen, um in eine ähnliche Lage wie nach dem Schwarzen Freitag zu geraten.
Davon kann aber keine Rede sein. Selbst wenn wir zurückgeworfen werden auf das Wohlstandniveau von 2005 oder 2006, können wir den Wirtschaftseinbruch sehr gut verkraften. Darüber hinaus haben wir es selber in der Hand, die Kassandra-Prognosen der hochbezahlten Konjunkturforscher zu widerlegen. Das dürfte auch kein schwieriges Unterfangen sein, da sie in den vergangenen Jahren regelmäßig daneben gegriffen haben. Warum sollte es diesmal anders sein. Vielleicht sollten es die Ökonometriker mal mit einer Glaskugel versuchen, um valide Konjunkturdaten zu erstellen und für weniger Unruhe im wirtschaftspolitischen Diskurs zu sorgen.
27.04.09 10:18 | Permalink

